Der Begriff Corporate Finance bezeichnet ein Spezialgebiet der Finanzwirtschaft, das sich mit Fragen zur optimalen Kapitalstruktur, zur Dividendenpolitik des Unternehmens sowie der Bewertung von Investitionsentscheidungen und der Ermittlung des Unternehmenswertes auseinandersetzt.
Dieser aus der englischsprachigen Literatur und Lehre stammende Begriff umfasst in etwa die im deutschsprachigen Raum traditionell gelehrten Fächer Investitionsrechnung, Unternehmensfinanzierung und Kapitalmarkttheorie. In der deutschen Literatur wird der Begriff Unternehmensfinanzierung als Synonym verwendet.
Die Disziplin wird unterteilt in einen langfristigen und kurzfristigen Entscheidungshorizont und in Techniken mit dem primären Ziel den Unternehmenswert zu erhöhen, indem die Kapitalrendite erhöht oder die Kapitalkosten gesenkt werden, ohne Risiken einzugehen, welche die eigene Risikotragfähigkeit übersteigen. Kapitalanlageentscheide umfassen die langfristige Auswahl der Projekte in die investiert werden soll, mit der Frage, ob diese Projekte mit Eigenkapital oder mit Fremdkapital finanziert werden und ob und wann Dividenden an die Anteilseigner gezahlt werden sollen. Die kurzfristigen Entscheidungen der Corporate Finance werden als Working Capital Management bezeichnet und beschäftigen sich mit dem Management des Umlaufsvermögens (Current Asset) und der kurzfristigen Verbindlichkeiten (current liabilities), wozu dem Liquiditätsmanagement, der Optimierung der Kapitalbindung im Lager und den kurzfristigen Schulden und Geldanlagen besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Corporate finance ist ein Teil des Finanzmanagements, welches einen leicht breiteren Anwendungsbereich hat und sich neben privatrechtlichen Körperschaften auch auf alle anderen Formen von Organisationen bezieht.
Inhaltsverzeichnis
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Kapitalanlageentscheide
Die langfristigen Finanzierungsentscheide beziehen sich auf das Anlagevermögen und die Kapitalstruktur und werden als Kapitalanlageentscheide bezeichnet. Diese Entscheidungen basieren auf verschiedenen interdependenten Kriterien. Im Allgemeinen muss das Management den Unternehmenswert maximieren, indem in Projekte mit einem positiven Barwert investiert wird. Wenn die erwarteten Kapitalrückflüsse aus diesen Projekten mit einem angemessenen Diskontsatz bewertet werden, müssen diese Projekte auch mit dem gleichen Zinssatz finanziert werden.
Wenn es keinen solchen Opportunitäten gibt, sollte das Management die überschüssige Liquidität an die Anteilseigner ausschütten. Die Kapitalanlageentscheide umfassen somit Investitionsentscheide, Finanzierungsentscheide und die Dividendenpolitik.
Investitionsentscheide
Der Entscheidungsprozess in dem das Management die begrenzten Ressourcen zwischen konkurrierenden Geschäftsfeldern allozieren wird als