Chlorparaffine (CPs) werden auch chlorierte Paraffine oder Chloroparaffine genannt. Sie werden durch Chlorierung von n-Alkanen hergestellt, dabei entstehten komplexe Mischungen. Der Chlorierungsgrad variiert zwischen 30 und 70%.
CPs werden unterteilt aufgrund ihrer KettenlĂ€nge in kurzkettigen CPs (SCCP, short chain CPs, C10-13), mittelkettigen CPs (MCCPs, medium chain CPs, C14-17) und langkettigen CPs (LCCPs, long chain CPs C>17). Chlorparaffine sind je nach KettenlĂ€nge und Chlorgehalt farblose oder gelbliche, leichtbewegliche bis hochviskose FlĂŒssigkeiten oder glasig erstarrte bis wachsartige Feststoffe. Sie sind chemikalien- und lichtbestĂ€ndig, temperaturbestĂ€ndig bis ca. 200 °C, vergleichsweise wenig flĂŒchtig und schwer entflammbar.
Anwendungsbereich
Anwendung finden Chlorparaffine als Weichmacher hauptsĂ€chlich in Kunststoffen und Beschichtungen, als Bindemittel in Lacken, als Additiv in Fugendichtmassen, in der Metallverarbeitung, in Fettungsmitteln fĂŒr Leder- und Pelzwaren und als Flammschutz in Kunststoffen, Gummi, Papier und Textilien.
Die flammhemmende Wirkung von CPs ist auf eine Abspaltung von unbrennbarem Chlorwasserstoff bei hohen Temperaturen zurĂŒckzufĂŒhren. ZusĂ€tzlich stören Kettenabbruchreaktionen die VerbrennungsvorgĂ€nge und Flammenausbreitung. CPs haben teilweise aufgrund ihrer Anwendungen den Platz der Polychlorierten Biphenyle (PCB) eingenommen, die wegen ihrer Giftigkeit inzwischen verboten sind.
Eigenschaften
Aufgrund der physikalischen Eigenschaften sind kurzkettige CPs umweltgefĂ€hrliche Stoffe mit Persistenz und hohem Bioakkumulationspotenzial (Anreicherung im Fettgewebe, in der Niere und in der Leber). CPs sind ubiquitĂ€r, d. h. sie sind ĂŒberall auf der Welt in Böden, GewĂ€ssern, Sedimenten, Pflanzen, Tieren, Menschen etc. nachzuweisen. AuĂerdem sind sie sehr toxisch fĂŒr aquatische Organismen und karzinogen fĂŒr Ratten und MĂ€use. Kurzkettige CPs sind zudem von der International Agency for Research on Cancer (IARC, eine Untergruppe der WHO) in die Gruppe 2B, als mögliches Karzinogen fĂŒr Menschen, eingeteilt worden. Die akute ToxizitĂ€t von Chlorparaffinen ist gering. Die chronische ToxizitĂ€t nimmt mit fallender KohlenstoffkettenlĂ€nge zu.
Verbot
Die Verwendung in der metallverarbeitenden Industrie und in der Lederverarbeitung und Zurichtung wurde in der EU 2002 verboten. Weitere BeschrĂ€nkungen werden von der EU zur Zeit geprĂŒft.
Von âhttp://de.wikipedia.orghttp://de.wikipedia.org/wiki/Chlorparaffineâ
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