Der Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW) ist ein von der Staatsbibliothek zu Berlin geleitetes Projekt zur Erstellung eines Weltkataloges der Inkunabeln (auch: Wiegendrucke). Sein erster Band erschien 1925 im Leipziger Hiersemann Verlag. Das bis heute (2007) unvollständige Inkunabelverzeichnis liegt aktuell in zehn Bänden und zwei Lieferungen des elften Bandes vor. Mit dem elften Band werden die Buchstaben A - H vollständig verzeichnet sein. Der GW ist inzwischen auch als Online-Datenbank verfügbar.
Inhaltsverzeichnis
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Geschichte
In den 1890er Jahren wuchs unter Inkunabelforschern das Bedürfnis, Ludwig Hains Inkunabelverzeichnis Repertorium bibliographicum (Stuttgart, 1825-1838) durch einen Gesamtkatalog zu ersetzen, der alle weltweit existierenden Titel umfassen und sämtlichen Ansprüchen der Wissenschaft genügen sollte. Dabei wurden die großen Verdienste Ludwig Hains und die Bedeutung seiner Arbeit aber keineswegs bestritten. Immerhin war das Repertorium bibliographicum über fast ein Jahrhundert das grundlegende Werk der Inkunabelforschung gewesen. Die Bedeutung des Hainschen Verzeichnisses erwuchs im besonderen Maße aus seiner Methode und der bahnbrechenden Neuerung, Anfang (Incipit) und Schluss (Explicit) eines jeden Werkes buchstaben- und zeilengetreu wiederzugeben. Dies ermöglichte es, einzelne Exemplare nach ihrer literarischen Beschreibung mit voller Sicherheit zu identifizieren. Hains erfolgreiches Prinzip wurde deshalb auch für den Gesamtkatalog der Wiegendrucke übernommen. Da es seinem Verfasser nicht vergönnt war, das Werk zu Lebzeiten zu vollenden, wies das Repertorium bibliographicum aber auch manche Schwächen auf. So fehlten zum einen die für den wissenschaftlichen Benutzer unerlässlichen Register, zum anderen gab es keine verlässlichen Angaben über Fundorte und besitzende Bibliotheken. Diese Mängel vermochten auch die verdienstvollen Ergänzungswerke W.A. Copingers (Supplement to Hains Repertorium bibliographicum, London 1895-1902) und Walter Reichlings (Appendices ad Hainii-Coperingi Repertorium bibliographicum, München 1905-1911, Münster 1914) nicht vollständig zu beheben. Aus diesem Grund reifte unter den Fachwissenschaftlern die Überzeugung, dass der Ersatz für Hains Verzeichnis auf einer ganz neuen Bestandsaufnahme aufbauen musste.
Anno 1904 wurde auf Anregung Friedrich Althoffs, Ministerialdirektor im Preußischen Kultusminsterium, eine Kommission für den Gesamtkatalog der Wiegendrucke gegründet. Deren Mitglieder waren einige der anerkanntesten deutschen Inkunabelforscher. Zum ersten Vorsitzenden wurde Konrad Haebler bestimmt. Die Kommission gründete eine Zentralstelle für den GW an der damaligen Königlichen Bibliothek (heute: Staatsbibliothek zu Berlin) und begann ihre Arbeit zunächst mit der Erfa ... Mehr in der Wikipedia